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Kinostart 20.März 2008

Youssef Chahine's Kommentar zum Film

Choubra ist ein altes, kosmopolitisches Viertel in Kairo, mit einer dichten Bevölkerung aus den mittleren Schichten. Es gibt dort viele Widersprüche und Konflikte. Die verschiedenen Religionen sind stark vertreten, Kirchen und Moscheen sind allgegenwärtig. Doch jahrelang herrschte Frieden in diesem Viertel. Der Zusammenhalt der Bewohner war sprichwörtlich; Humor, Solidarität und Verschiedenheit waren die Merkmale ihres freundschaftlichen Umgangs miteinander.

Doch seit einigen Jahren hat sich das geändert. Seitdem sind Spannungen, Streits, Untaten, sogar Verbrechen an der Tagesordnung. Niemand traut sich, gegen die neue Situation anzugehen. Was sind die Ursachen? Sozialer, ökonomischer, politischer und psychischer Druck. Man denkt wehmütig zurück an die 30er Jahre, als Kairo eine der schönsten Städte der Welt war.

In CHAOS versuche ich das Schicksal der Leute herauszustellen, die kaum einen Einfluss darauf haben, wie unser Land regiert wird. Ohne Verbindung zu nahezu allem - zu Bildung und Kommunikation – leiden sie unter starken Repressionen der Regierenden. Bisweilen erscheinen ihre Demonstrationen wie Mini-Bürgerkriege, bei denen einige wenige Demonstranten gegen vier- bis fünftausend Polizisten antreten. Betrachtet man das Elend, in dem viele dieser Familien leben müssen, erkennt man schnell, dass es die einfachen Leute und insbesondere die aus der Unterklasse sind, die in jeder Autokratie die Rechnung zahlen. Die Regierenden drohen der Bevölkerung im Namen der Ordnung und vernichten dabei die Freiheit. Das ist der schlimme Zustand, der den ganzen Mittleren Osten beherrscht.


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